Die Farben des Herbstes willkommen heißen
Es gibt etwas Besonderes am japanischen Herbst. Die Jahreszeit lädt dazu ein, die Veränderung bewusst wahrzunehmen – das Leuchten der Ahornblätter, den feinen Duft der Chrysanthemen, das sanfte Licht der kürzer werdenden Tage.
Inspiriert davon feierte unser Nerikiri Workshop im Oktober in Düsseldorf die Eleganz des Herbstes – mit einem kleinen Augenzwinkern in Richtung Halloween.
Nerikiri, eine feine Form der japanischen Süßigkeit Wagashi, wird aus süßer Bohnenpaste und Reismehl hergestellt. Die zarte Konsistenz ermöglicht es, die Schönheit der Jahreszeiten in Form und Farbe auszudrücken. Jede Süßigkeit wird sorgfältig von Hand geformt – fast wie kleine Skulpturen aus Poesie.

In diesem Workshop haben wir vier Motive gestaltet, die das Herz des Herbstes widerspiegeln:
- 🍁 Ahornblatt (Momiji) – Symbol für die vergängliche Schönheit des Laubs.
- 🌼 Chrysantheme (Kiku) – steht für Langlebigkeit und stille Anmut.
- 🎃 Jack-o’-lantern Pumpkin – inspiriert von den leuchtenden Laternen der Herbstnächte, verbindet er westliche Festlichkeit mit japanischer Handwerkskunst.
- 👻 Gespenst (Obake) eine verspielte Erinnerung an die fröhliche Seite von Halloween.
Ein Moment der Ruhe mitten in der Stadt
Der Workshop fand in unserem gemütlichen Raum in Düsseldorf statt – warmes Licht fiel durch Leinenvorhänge den Raum erfüllte.Die Teilnehmenden, einige in Kimono, andere in bequemer Alltagskleidung, saßen gemeinsam am Tisch – vor sich kleine Werkzeuge, Teeschalen und farbenfrohe Nerikiri-Masse.
Bevor wir begannen, sprachen wir über die Bedeutung der einzelnen Motive und das japanische Konzept von „Shun“ (旬) – die Hochsaison jedes natürlichen Elements. In der Wagashi-Kunst wählt man Formen und Farben, um die Natur im schönsten Moment festzuhalten.
Als die Teilnehmenden ihre ersten Formen modellierten, schien die Zeit stillzustehen. Die weiche Masse reagierte auf die Wärme der Hände, kleine Pinsel fügten zarte Farbverläufe hinzu – von leuchtendem Orange bis zu tiefem Rot, wie die Blätter draußen vor dem Fenster.
Viele sagten, dass die Arbeit meditativer war, als sie erwartet hatten – eine ruhige, achtsame Tätigkeit, bei der man völlig im Moment aufging.

Lernen mit den Händen, gestalten mit dem Herzen
Während des Workshops lernten wir traditionelle Techniken wie Bo-mochi (Rollen), Hira-neri (Flachdrücken) und Sabi-ire (Farbverläufe einarbeiten). Diese feinen Handbewegungen sind es, die Wagashi seine charakteristische Weichheit und Eleganz verleihen.
Obwohl alle dieselben Schritte folgten, sah kein Stück aus wie das andere – manche Ahornblätter hatten spitze Formen, andere waren rundlicher; manche Gespenster wirkten verschmitzt, andere friedlich. Gerade darin liegt die Schönheit dieser Kunst: Jede Süßigkeit trägt die Persönlichkeit ihres Schöpfers.
Am Ende des Workshops war der Tisch voller Herbstfarben. Die Teilnehmenden legten ihre kleinen Kunstwerke vorsichtig in Schachteln – stolz und zugleich berührt, etwas so Vergängliches geschaffen zu haben.
Mehr als Süßigkeiten – ein kulturelles Erlebnis
Für uns bei Biyori ist Wagashi mehr als nur eine Süßigkeit. Es ist eine Brücke zwischen japanischer Kultur, Achtsamkeit und Kreativität. In jedem Workshop möchten wir nicht nur Techniken vermitteln, sondern auch ein Stück Omotenashi (japanische Gastfreundschaft) spürbar machen – die Freude, etwas mit Hingabe und Aufmerksamkeit zu teilen.
Nach dem Formen der Süßigkeiten genossen wir gemeinsam eine Schale Matcha. Wie in der japanischen Teezeremonie wird Wagashi auch hier vor dem Tee gereicht, um den Geschmack zu harmonisieren und den Geist auf Ruhe einzustimmen.
So entsteht in Düsseldorf ein Moment, der die japanische Seele spürbar macht – authentisch, ruhig und herzlich zugleich.
Das Tragen eines Kimonos beim Anleiten des Workshops schafft dabei eine besondere Atmosphäre. Es erinnert daran, dass selbst kleine Gesten und Bewegungen Teil einer größeren Ästhetik sind – einer, die Zeit und Achtsamkeit schätzt.

Eine Gemeinschaft, verbunden durch die Jahreszeiten
Besonders schön ist es zu sehen, wie sich durch diese Workshops eine kleine Gemeinschaft bildet. Viele kommen zu jeder Jahreszeit wieder, um neue Motive zu entdecken: Kirschblüten im Frühling, Hortensien im Sommer, Ahornblätter im Herbst, Kamelien im Winter.
So wird jeder Workshop zu einem Ort der Begegnung – ein paar Stunden Ruhe, Kreativität und Verbundenheit bei Tee und süßen Kunstwerken.

Unser Dank und ein Blick auf das, was kommt
Wir danken allen, die an unserem herbstlichen Nerikiri Workshop in Düsseldorf teilgenommen haben. 🍁 Eure Offenheit, euer Interesse und eure Kreativität machen jedes Treffen besonders.
Unser nächster Wagashi- und Matcha-Workshop steht ganz im Zeichen des Winters – einer Zeit der Stille und Klarheit.
Wenn Sie teilnehmen möchten, folgen Sie uns gerne auf @wagashi.de oder besuchen Sie biyori.cafe für kommende Termine und Reservierungen.
Lasst uns weiterhin die Jahreszeiten teilen – ein Wagashi nach dem anderen.


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